Blut und Wasser schwitzen


Warum die Formulierung „Blut und Wasser schwitzen“ gar nicht so abstrus ist, wie sie sich auf den ersten Blick anhören mag – ein beeindruckender Ausflug in den Flüssigkeitshaushalt unseres Körpers.

Wussten Sie, dass unser Körper zu 55–65% aus Wasser besteht? Ohne Wasser würden unsere Organe auf Dauer ihre Arbeit einstellen, da sie selbst zu einem großen Teil aus Wasser bestehen. Beim Blut sind es 83%, die Lunge schlägt mit 79% zu Buche und unsere Muskeln mit 75%. Das Gehirn enthält 74% Wasser und wird täglich von 1.400 Litern durchströmt! 

Was aber passiert, wenn wir Wasser verlieren, also schwitzen?

WassertropfNormales Schwitzen ist sehr gesund. Es reguliert unsere Körpertemperatur und verhindert ein Überhitzen. Auch ist Schwitzen ein Zeichen für einen intakten Stoffwechsel. Generell gilt: Wer nicht genügend trinkt, kann auch nicht genügend schwitzen!

Wenn wir schwitzen, entstammt die Flüssigkeit des Schweißes unserem Blut: Schwitzen entzieht dem Blut Flüssigkeit, sodass das Blut dickflüssiger wird und die Organe nicht mehr optimal versorgen kann. Dadurch wiederum muss unser Herz schwerer arbeiten. Wir sind nicht mehr fähig, die volle Leistung zu erbringen. Wenn Sie Ihr Herz entlasten möchten, sollten Sie während des Sports also immer genügend trinken. Aber nicht nur unser Blut, sondern auch das beim Sport belastete Bindegewebe und unsere Muskulatur brauchen dringend Wasser, um elastisch zu bleiben und „wie geschmiert“ zu laufen.

Deshalb müssen alle Menschen – vom Sportler über den Arbeiter bis hin zum Manager – tagsüber und vor allem bei körperlichen Aktivitäten immer genügend trinken. Auch wenn Sie zunächst keinen Durst verspüren: Trinken Sie! Ein unausgeglichener Flüssigkeitshaushalt rächt sich mit fiesen Kopfschmerzen und wir fühlen uns matt, lustlos oder unkonzentriert.

Wasser auf den Mühlen des Gehirns

Das Gehirn als eines der wasserreichsten Organe ist auf einen ausgeglichenen Wasserhaushalt angewiesen. Wenn Sie Informationen schlechter aufnehmen und verarbeiten können als noch kurz zuvor, ist auch hier meist ein (unbewusster) Flüssigkeitsmangel Schuld. Trinken ist also wichtig fürs Oberstübchen!

Wie macht sich Flüssigkeitsmangel außerdem bemerkbar?

Symptome von Wassermangel1
Wasser­­verlust (in % des Körper­gewichts) Symptome Kinder 10 Jahre, 30 kg Jugendliche 15 Jahre, 60 kg Erwachsene 70 kg
1%
  • Leichter Durst
0,3 0,6 0,7
2%
  • Verminderung der Ausdauer­­leistung
  • Neigung zu Muskel­krämpfen
0,6 1,2 1,4
3–5%
  • trockene Haut und Schleim­häute
  • verminderter Speichel- und Harnfluss
  • Verminderung der Kraftleistung
  • Hautröte
0,9–1,5 1,8–3 2,1–3,5
5–10%
  • erhöhter Puls
  • Schwindelgefühl
  • Kopfschmerzen
  • vermindertes Blutvolumen
1,5–3,0 3–6 3,5–7

Die Zündkerzen für unseren Stoffwechsel

Neben dem Verlust von Wasser scheidet der Körper beim Schwitzen leider auch viele wichtige Mineralstoffe aus. Sie sind die Zündkerzen für unseren Stoffwechsel. Mineralstoffe sind am Ablauf vieler Funktionen beteiligt und spielen bei der Energiebereitstellung, Regeneration und Anpassung eine wichtige Rolle. Kurz: Neben einem ausgeglichenen Wasserhaushalt ist auch ein ebensolcher Mineralstoffhaushalt nötig, um beim Sport topfit zu bleiben!

In unserer Tabelle am Ende des Artikels finden Sie die wichtigsten Mineralstoffe, ihre Hauptfunktionen und in welchen Lebensmitteln sie vorkommen – ganz nach dem Motto „Gut zu wissen!“.

Apropos wissen: Wussten Sie, dass …Vitamine und Mineralien im Wasser

• … der Schweiß von Sportlern weniger Mineralstoffe enthält als der Schweiß von Nichtsportlern?

• … ein Sportler sich besser durch Schwitzen kühlen kann als ein Nichtsportler?

• … bei sportlichen Aktivitäten das Durstgefühl unterdrückt sein kann? Daher muss man als Sportler lernen zu trinken, auch wenn man kein Durstgefühl hat.2

• … ein erwachsener Mensch ohne Sport pro Tag ca. 1,3 bis 2 Liter Flüssigkeit trinken sollte?

Jetzt wissen Sie, warum es wichtig ist, regelmäßig zu trinken, und mit welchen Nahrungsmitteln Sie Ihrem Mineralhaushalt wieder auf die Beine helfen. Wie Sie beim Sport richtig trinken, verraten wir Ihnen in „Die wichtigsten Tipps zum richtigen Trinken im Sport“.

So viel Milligramm Mineralstoffe gehen pro Liter Schweiß verloren, deshalb schmeckt er salzig:

Natrium

Schweiß: 413–1.091 mg/l

Chlorid

Schweiß: 533–1.495 mg/l

Kalium

Schweiß: 121–225 mg/l

Magnesium

Schweiß: 4–34 mg/l

Calcium

Schweiß: 13–67 mg/l


IDM-Hrsg. :Richtig Trinken im Sport. Kohl PR & Partner, 2003

Friedrich, W.: Optimale Sporternährung. Spitta, 2012