Hier bekommt der Bauch sein Fett weg

Fett im BurgerDie gute Nachricht zuerst: Es spricht nichts gegen ein großes Burger-Menü bei einer der bekannten Fast-Food-Ketten oder die Fertigpizza aus dem Ofen. Hin und wieder darf und soll man sich kleine Sünden gönnen! Wer Sport treibt und die Ketten nicht häufig aufsucht, muss sich keine Gedanken machen: Der Körper schafft die kleinen Sünden weg.

Wenn aus der Ausnahme aber die Regel wird, sieht es anders aus. Jetzt kommt die schlechte Nachricht: Wer sich falsch ernährt, also in erster Linie zu süß und zu fett isst, und sich zusätzlich noch überernährt, also mehr isst, als er eigentlich sollte, muss mit mehr oder weniger großen gesundheitlichen Problemen rechnen. Die gesundheitlichen Folgen von Fehl- und Überernährung, Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) können diese Krankheiten sein:

Auswirkungen von Fehlernährung oder Überernährung1

Körpergewicht

Übergewicht und vor allem die Adipositas (Fettleibigkeit) stellen ein Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten (Herzinfarkt/Schlaganfall) sowie Stoffwechselstörungen wie zum Beispiel Diabetes Typ 2 dar. Die Sterblichkeitsrate steigt mit zunehmendem Körpergewicht.

Gesamtcholesterin

Zu hohes Cholesterin stellt ein Risiko für die Entstehung von Arteriosklerose dar. Das gilt insbesondere bei ungünstiger Zusammensetzung der beiden Cholesterinarten: niedriges HDL und hohes LDL. Ein hohes HDL und ein niedriges LDL besitzen dagegen einen Herzschutzfaktor.

Triglyceride

Die Erhöhung der Neutralfette (Triglyceride) trägt mit zur Entstehung von Arteriosklerose bei.

Blutzucker

Die Erhöhung der Blutzuckerwerte trägt wesentlich zur Entstehung von Diabetes mellitus bei.

Blutdruck

Ein über die Norm (140/90 mmHg) erhöhter Blutdruck stellt ein Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall dar.

Wer Sport treibt und körperlich aktiv ist, der kann gegen all diese Leiden selbst etwas unternehmen. Denn es gilt: Wenn Übergewichtige loslaufen, kommt auch ihr Fettprofil in Bewegung! Besonders geeignet sind sämtliche Formen des Ausdauertrainings: Jogging, Nordic Walking, Walking, Inlineskating, Radfahren (Straße/MTB), Cross-Trainer, Aerobic, Schwimmen, Skilanglauf etc. Krafttraining, vor allem Kraftausdauertraining, sollte dazu ergänzend durchgeführt werden. Als optimal gilt ein zwei- bis dreimaliges Training pro Woche. Es sollte eine Mindestdauer von 30 Minuten haben. Untrainierte sollten zwischen 500 und 800 kcal pro Training verbrennen, Trainierte dagegen 1.000–1.200 kcal.

Nordic Walking gegen Fett

So schmilzt das Hüftgold

Durch Sporttreiben kann man das Übergewicht senken. Je häufiger man Sport macht, umso mehr schmilzt das „Hüftgold“ dahin. Ob Ihr Gewicht im Rahmen liegt, können Sie kostenlos online erfahren über: mybmi.de. Um einen optimalen gesundheitlichen Effekt zu erzielen, sollte man Sport mit einer gesunden Ernährung (siehe „Die Guten ins Kröpfchen“) kombinieren. Durch das Sporttreiben senkt man die überhöhten Blutfette, besonders das „böse“ LDL, das für die Entstehung von Arteriosklerose mitverantwortlich ist. Das „gute“ Cholesterin, das einen Gefäßschutzfaktor darstellt, steigt durch Sporttreiben an. Das Risiko von Arteriosklerose, die schleichend über Jahre hinweg unser Gefäßsystem verschließen kann, nimmt ab. Die arbeitenden Muskeln können nun vermehrt wieder Fette verbrennen.

Außerdem führt regelmäßige Sportausübung zu einer günstigen Beeinflussung des Verhältnisses von Muskel- zu Fettmasse2. Neuere Erkenntnisse zeigen, dass das Bauchfett nicht nur eine träge Masse ist, sondern auch für die Entstehung von Krankheiten  mitverantwortlich sein kann. Ein schlaffer und träger Muskel produziert dabei viel von dem schädlichen Botenstoff TNF, der Entzündungen auslösen kann. Werden diese Entzündungen chronisch, können sie zu Diabetes Typ 2 oder Arteriosklerose führen. Unsere Muskeln können dem gezielt entgegenwirken: Wird der Muskel im Sport bewegt, schüttet er ein Myokin (körpereigener Botenstoff der Muskelzellen) aus, das unsere Blutgefäße vor Entzündungen schützt, die Arteriosklerose eindämmt und das Herzinfarktrisiko senkt.

Bauchfett ist ein Krankmacher

Ein besonders hohes Gesundheitsrisiko stellt das sogenannte metabolische Syndrom dar. Es handelt sich dabei um eine Kombination aus Bluthochdruck, Adipositas, Fettstoffwechselstörung und Insulinresistenz. Wer aktiv ist und Sport treibt, muss sich nicht fürchten. Unsere Muskeln schützen uns davor!

Sport ist gut für die Gefäße

Muskeln sind eine Garantie für unsere Gesundheit! Durch die körperliche Aktivität im Sport werden die Muskelzellen wieder sensibel für das Insulin, wodurch sich eine deutliche Verbesserung des Zuckerstoffwechsels ergibt. Der überschüssige Zucker kann in die Muskelzelle eingeschleust und dort zur Energiegewinnung für die Muskelbewegung verbrannt werden. Das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, sinkt. Ein überhöhter Blutdruck kann durch Sport, primär Ausdauersport und spezielle Formen des Kraftsports (Kraftausdauer), gesenkt werden. Wenn wir Sport treiben, tragen wir zur Erhaltung unserer Gefäßelastizität bei. Sport ist gut für die Gefäße! Es bilden sich Umgehungskreisläufe, und die Blutzirkulation in den kleinen und kleinsten Blutgefäßen verbessert sich – und das nicht nur in unseren Arm- oder Beinmuskeln, denn auch unser Herzmuskel wird besser mit Sauerstoff versorgt, was das Infarktrisiko sinken lässt.


1  Geiger, L. v.: Gesundheitstraining, BLV-Verlag, 2003
2  Berg, A., König, D.: Aspekte zur Pävention und Therapie von Fettstoffwechselstörungen unter besonderer Berücksichtigung des metabolischen Syndroms; Dtsch. Z. Sportmed. 56, Nr. 3, 2005, S. 74–82