Die Blutgruppen-Diät

Was ist dran an der Blutgruppen-Diät?

Die Blutgruppen-Diät verspricht Kranken oder Übergewichtigen Besserung, wenn sie sich an die Diätvorschläge des Begründers Peter D´ Adamo, halten. Für den Amerikaner bestimmen unsere Blutgruppen, ob wir krank oder gesund, dick oder dünn werden. Er geht davon aus, dass bestimmte Menschen einige Nahrungsmittel besser vertragen als andere Menschen und zwar abhängig davon, welcher Blutgruppe sie angehören. Wir wollten wissen: Schwachsinn oder super? Sport- und Ernährungswissenschaftler Dr. Wolfgang Friedrich hat für uns die Blutgruppendiät unter die Lupe genommen.

Als Ursache hat D´ Adamo Proteine in Lebensmittel erkannt, die sogenannten Lektine, die mit dem menschlichen Blut gut oder schlecht reagieren. Wenn Menschen auf Nährstoffe verzichten, die sie aufgrund ihrer Blutgruppe nicht vertragen und dafür auf Nährstoffe zurückgreifen, die für sie blutgruppenbedingt verträglich sind, können sie Übergewicht abbauen und Krankheiten auskurieren.

Blutgruppendiät Sport Sportler

Bei Brustkrebs empfiehlt er einen Speiseplan mit Erdnüssen, Weizenkeimen, Linsen und Weinbergschnecken, um die Tumorzellen zu neutralisieren. Nach der DGE, der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, sind jedoch weder der Eintritt in den Blutkreislauf noch die unterstellte Zielgenauigkeit für metastatische Zellen noch eine generell anti-metastatische Wirkung belegt. Hier wird schwerkranken Menschen etwas vorgegaukelt, was jeglicher wissenschaftlichen Grundlage entbehrt! Besonders ärgerlich wird es, wenn die Empfehlungen als nicht bewiesene Thesen den natürlichen Gegebenheiten grundsätzlich widersprechen. Schalentiere und Hühner werden ungerechtfertigt verdächtigt, Träger der Blutgruppe B zu gefährden. Durch Braten oder Grillen würde die vermutete Negativwirkung von Lektinen sehr wahrscheinlich zerstört. Dazu stuft D´ Adamo Tomaten und Kartoffeln als Nachtschattengewächse als besonders gefährlich ein. Milch und Milchprodukte gestattet D´ Adamo übrigens allen Blutgruppen so gut wie nicht. Das ist für Kinder und Heranwachsende im Hinblick auf die Kalziumversorgung oder bei Osteoporose-Patienten eine riskante Diät.1

Sage mir Deine Blutgruppe und ich empfehle Dir eine Sportart

Alles hängt für den Begründer der Blutgruppenernährung mit der geschichtlichen Entwicklung des Menschen zusammen. Für D´ Adamo bringt jede Blutgruppe eigene Kennzeichen und Eigenschaften mit sich. Wir kennen in der Medizin heute vier Blutgruppen, nämlich A, B, 0 (null) und AB. Etwa 80% der Deutschen haben 0 oder A, etwa 10% die Blutgruppe B und lediglich 5% die Blutgruppe AB.

Gleichzeitig schreibt er den Blutgruppen bestimmte Charaktereigenschaften zu. Für ihn gibt es:

  • Typ 0, der Jäger
  • Typ A, der Landwirt
  • Typ B, der Nomade
  • Typ AB, der Rätselhafte
  • stark, selbständig, durchsetzungskräftig
  • seßhaft, vorhersehend, analytisch
  • ausgewogen, flexibel, kreativ
  • selten, vielseitig, mitfühlend

Beurteilung:

Von der Blutgruppe eines Menschen auf einen für ihn sinnvollen Sport zu schließen, entbehrt jeglicher Vernunft. Genauso gut könnte man die Augenfarbe oder die Schuhgröße nehmen. Das ist einfach blanker Unsinn. In der Ernährungslehre gilt die Blutgruppendiät als Außenseiterdiät. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) zweifelt die wissenschaftliche Grundlage der Diät stark an. Manche Rezepte sind aufgrund der Exklusivität der Zutaten kaum nachzukochen. Die Stiftung Warentest urteilt im Sonderheft Diäten: „Da wir trotz jahrelanger Verstöße gegen diese Regeln aber immer noch am Leben sind, stellt sich die Frage nach Sinn und Unsinn dieser Diät.“ Daher fällt das Urteil der Stiftung Warentest relativ eindeutigen aus: Finger weg von dieser Ernährungsform.