Werden Sie zum Wasserfloh

Durch Aquagymnastik zum Wasserfloh

Sich im Wasser bewegen ist mit das Gesündeste, was man tun kann. Sie denken an Schwimmen? Weit gefehlt! Im nassen Element lässt sich jegliche Form von Gesundheits- und Fitnesstraining umsetzen. Sollten Sie in letzter Zeit einmal das Hallenbad aufgesucht haben, wird es Ihnen aufgefallen sein: Unterschiedlichste Gruppen tummeln sich im Bad unter der Anleitung eines Übungsleiters. Viele setzen in ihrem Training bunte und in der Form sehr variable Accessoires ein. Das Schlagwort ist Aqua-Fitness!

Deshalb eignet sich Aqua-Fitness als gesunde Trainingsform ganz besonders:

Aquafitness Vorteile Aufzählung

Aqua-Fitness? Aqua-Training? Aqua-Jogging? Jedem das Seine!

Folgende Bereiche können mit Aqua-Fitness, dem Oberbegriff für die wasserbasierten Sportarten, angesprochen werden: Kraft, Ausdauer, Entspannung, Koordination und Beweglichkeit.

Je nachdem, was man trainieren möchte, sucht man sich sein Programm aus. Es lohnt sich! Zum Beispiel reduziert das ausdauerorientierte Aqua-Training die Gewichtsabnahme durch einen hohen Energieverbrauch. Der Energieverbrauch im Wasser ist bei identischer Belastung wegen der spezifischen Temperatur und Wärmeleitung ca. 5 × höher als an Land! Und: Im Wasser mutiert man zum Wasserfloh – ein 70 kg schwerer Mensch erfährt zum Beispiel durch die Auftriebswirkung nur noch eine Schwerkraft von geradezu lächerlichen 7 kg. Daraus lässt sich bereits die zentrale Philosophie von Wassersportprogrammen ableiten: Das eigentliche Körpergewicht wird fast auf ein Zehntel reduziert und dadurch der Stütz- und Bewegungsapparat maßgeblich entlastet. Wer also etwas zu viel Gewicht auf den Rippen hat, profitiert hiervon am meisten!

Koordinativ nicht ganz einfach, aber man sollte es einmal ausprobiert haben: Aqua-Jogging. Mit einer Auftriebsweste um den Körper joggt man gemütlich durch die Wellen. Allerfeinstes Herz-Kreislauf-Training!

Den eigentlichen Schwerpunkt einer Wassergymnastik bildet das Kraftausdauertraining. Im Wasser liegen ausgezeichnete Bedingungen für diese konditionelle Fähigkeit vor. Das hängt damit zusammen, dass Wasser die 800-fache Dichte von Luft besitzt. Weil die Muskeln den Wasserwiderstand überwinden müssen, werden einfache Grundbewegungen der Arme und Beine zum Kraftausdauertraining. Versuchen Sie einmal zu sprinten, wenn Sie bis zum Bauch im Wasser stehen!

Tipp für Rückengeplagte: Rückenschwimmen!

Besonders die Fläche und die Bewegungsgeschwindigkeit von Armen und Beinen beeinflussen den Widerstand. Je schneller man sie durchs Wasser bewegt, umso stärker wächst der Widerstand und damit die muskuläre Anstrengung. Als Widerstandsfläche kann man die Hand selbst einsetzen oder entsprechende Fitnessgeräte nutzen.

Man kann die unterschiedlichen Geräte sehr differenziert einsetzen und an die Fähigkeiten der Teilnehmer anpassen. Aber auch das „normale“ Schwimmen tut gut. Der Vorteil besteht darin, dass beim Schwimmen der Bewegungsapparat und unsere Muskulatur nicht einseitig, sondern symmetrisch belastet werden. Für Rückengeplagte immer noch das Beste: Rücken-schwimmen.

6 Punkte, die für Kraftausdauertraining im Wasser1 sprechen:

  • Erhöht durch die große Muskelmasse den Energieverbrauch und trägt so zum Gewichtsverlust bei
  • Stabilisiert den Gelenkknorpel
  • Stütz- und Bewegungsapparat werden belastbarer
  • Führt zum Abbau von Haltungsschwächen (Gelenke)
  • Vermindert Verletzungsrisiko im Alltag
  • Bei Betonung des Kraftausdauerbereichs positive Anpassungserscheinungen im Herz-Kreislauf-System

Aquafitness Übungen und GeräteWenn man einmal an sich selbst erfahren möchte, wie es mit der Gewandtheit (Koordination) aussieht, sollte man es einmal im Wasser ausprobieren. Das Gehirn gibt Befehle – und die Muskulatur folgt. Oder auch nicht!

Das Training kann im Wasser unheimlich Spaß machen und geht völlig ohne Verletzungs- und Sturzrisiko einher. Viele Spiel- und Übungsformen an Land lassen sich auch auf das Wasser übertragen. Viele der neuen Handgeräte fürs Wasser kombinieren Koordination mit Kraft und Ausdauer in einem Fitnessmix.

Auch die Beweglichkeit lässt sich im Wasser ausgezeichnet üben. Die bekannten Übungen aus dem Fitnessstudio oder der Turnhalle lassen sich problemlos aufs Wasser übertragen. Die einzigartigen Eigenschaften des Wassers erlauben Bewegungsvariationen, die an Land so nicht möglich sind. Erinnern wir uns: Wir wiegen im Wasser nur noch ein Zehntel, und der Spannungszustand der Muskulatur ist im warmen Wasser herabgesetzt.

Ein weiterer Bereich, in dem man im Wasser hervorragend arbeiten kann, ist die Entspannung. Dazu muss natürlich die Wassertemperatur entsprechend hoch sein – optimal wären 34 °C. Unser Rat: Pack die Badehose ein!


1 Hahn, A., Hahn, J.: Aqua Training, Meyer & Meyer, 2005