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Wie Sauna auf den Körper wirkt

Dass Saunieren eine feine und entspannende Sache ist, wissen wir wohl alle. Wenn es aber darum geht, was während des „Schwitzbads“ genau im Körper passiert, müssen viele passen. Unsicherheit gibt es auch beim Punkt, wann man besser nicht in die Sauna sollte. Egal, welche Info du bis jetzt verschwitzt hast, nach diesem Artikel bist du schlauer!

Schwitzender Körper in der SaunaDAS SAUNA-PRINZIP

Die Sauna als „Schwitzbad” gibt es schon seit dem Altertum. Als finnische Sauna (Lufttemperatur 80–110 °C, Luftfeuchtigkeit 5–15 %) ist sie bei uns längst etabliert und nicht nur bei Sportlern in der Regenerationsphase sehr beliebt. Das Prinzip: Durch die hohe Umgebungstemperatur wird den Saunagästen Wärme zugeführt, wodurch sich die Wärmeabgabe des Körpers verschlechtert. Deshalb schwitzt der Mensch – ab einer Außentemperatur von mehr als 30 °C sind wir zwingend auf Körperkühlung angewiesen, ca. 40 % des Schweißes „verdampfen“ dazu auf der Haut. Bei einer Raumtemperatur von 18 bis 20 °C normalisiert sich die Hauttemperatur nach 20 Minuten wieder, nach 30 Minuten ist auch die Körperkerntemperatur normal.

Blutdruck in der SaunaKÄLTESCHOCK

Im eiskalten Tauchbad steigt der Blutdruck über 200mmHg systolisch. Daher sollten Ältere oder Herzkranke hier vorsichtig sein.

Wann man nicht in die Sauna sollSAUNA NO-GOS

Mit Fieber, Bluthochdruck, Herzerkrankungen oder peripheren Durchblutungsstörungen sollte man nicht in die Sauna, sondern zum Arzt und fragen, ob ein Dampfbad (40–60 °C) eine Alternative wäre. Ebenfalls nicht gut: Total abgehetzt oder erschöpft saunieren, mit prallvollem oder knurrend-leerem Magen auftauchen oder den Saunagang mit aller Gewalt durchziehen wollen.

sauna und trinkenTRINKEN NICHT VERGESSEN

Pro Saunagang schwitzt man etwa 0,5–0,6 Liter. Da der Schweiß direkt auch aus dem Blutplasma kommt, kann hoher Verlust zu ernstzunehmenden gesundheitlichen Schäden führen. Danach also das Trinken nicht vergessen! Wer mehrmals in der Woche nach dem Sport sauniert, verliert viele Mineralstoffe; das muss bei der Ernährung und beim Trinken berücksichtigt werden. Aufmerksam auf die gesundheitlichen Folgen von großen Schweißverlusten wurde man übrigens durch Probleme der Heizer auf den Mississippi-Dampfern.

sauna vor dem SportSAUNA VOR DEM SPORT

Zwischen einem Saunagang und dem nächsten Wettkampf sollten ca. 2–3 Tage liegen, damit sich der entspannende Effekt wieder rechtzeitig abbauen kann.

Sauna Wirkung auf den KörperHERZKLOPFEN UND ENTSPANNTE MUSKELN

Parallel zur Herzfrequenzzunahme (plus ca. 20 Schläge/min; bei Aufgüssen kann die Frequenz kurzfristig auf 160–180 /min hochschnellen) steigen die Atemfrequenz und die Sauerstoffaufnahme an. Der Blutdruck bleibt in etwa gleich, er wird durch das anschließende Tauchbad gepusht. Der Energieumsatz steigt geringfügig an, echter Gewichtsverlust funktioniert durch Sauna aber nicht. Wichtigster Effekt: Die Spannung der Muskulatur nimmt ab und die Dehnfähigkeit des Bindegewebes in Bändern, Sehnen und Gelenkkapseln zu. Nach dem Saunagang beruhigt sich die Herzfrequenz wieder.

Schwitzen in der SaunaFRAUEN SCHWITZEN WENIGER

Frauen besitzen ca. 1,8 Millionen Schweißdrüsen, Männer ca. 2,8 Millionen.

Dr. Wolfgang Friedrich PortraitUNSER EXPERTE
Dr. Wolfgang Friedrich ist Spezialist für Bewegung, Gesundheit und Ernährung.

Welche Stoffe herausgeschwitzt und über Getränke oder Nahrung wieder aufgefüllt werden müssen sowie Praxistipps für die Sauna findest Du unter www.sport-ist-die-beste-medizin.de.

Verwendete Literatur: H. de Marées: Sportphysiologie, Sport und Buch Strauß 2002, S. 569–576; W. Friedrich: Optimale Sporternährung, Spitta 2015.