Wie Sie Kindern Körpergefühl vermitteln

Schön, schlank, beliebt – in den Medien werden wir jeden Tag mit Menschen konfrontiert, die diesem Bild entsprechen. Nicht nur wir Erwachsene, auch unsere Kinder. Entsprechend identisch fallen die Fragen aus, die wir uns stellen: Gefalle ich mir selbst? Fühle ich mich zu dick? Bin ich zufrieden mit mir? Bin ich zufrieden mit meinen Leistungen?

Bei Kindern und Jugendlichen kann man nur dann von einer normalen und gelungenen Entwicklung sprechen, wenn diese Fragen rundum positiv beantwortet werden! Denn die Grundvoraussetzung für eine gesunde Entwicklung des Nachwuchses besteht darin, den eigenen Körper zu akzeptieren. Sport bietet eine hervorragende Möglichkeit, diese Akzeptanzfragen zu stellen, sich damit auseinanderzusetzen und sie zu beantworten.

Spielerisch den Körper kennenlernen

Dazu gehört auch, den Körper spielerisch auszuprobieren und die eigenen Grenzen auszuloten. Rennen, balancieren, toben, klettern, springen, schaukeln, sich balgen – mit und ohne Eltern sind diese unreglementierten Bewegungen wichtig, um den eigenen Körper kennenzulernen. Auf diesem Weg lernt Ihr Kind, was sich gut anfühlt und was nicht. Wie beweglich, wie stark und wie ausdauernd es ist, aber auch, dass ein Übertreiben Schmerzen oder andere unangenehme Folgen haben kann.

Kind Körpergefühl Übung

Es lernt dadurch, auf den eigenen Körper zu achten und dessen Signale zu verstehen. An sich selbst spürt und lernt es, was nicht geht – genauso aber, welche körperlichen und mentalen Veränderungen durch Training erreichbar sind. Der Körper ist das Bindeglied zur Außenwelt. Ist man damit im Reinen, fördert und stärkt dies das Selbstvertrauen.

Sich selbst vertrauen

Aus psychologischer Sicht geht es beim Sportunterricht darum, persönliche Fertigkeiten im Bewegungshandeln anzuwenden, zu optimieren und damit eigene Kompetenzen erfahrbar zu machen. Diese Erfahrungen im kompetenten Umgang mit dem eigenen Körper führen zu Selbstvertrauen, dem wesentlichsten Element, um neuen Lernerfahrungen offen zu begegnen. Das übergeordnete Ziel ist also auch hier die Förderung und Stärkung des Selbstvertrauens.

Wer selbst sportlich aktiv ist, kennt diesen Effekt: Erfolg beflügelt. Und wer seine Grenzen im Sport erfolgreich austestet, traut sich dies auch im normalen Leben eher zu. Der Umgang mit Sieg und Niederlage wird bewusster erlebt und verarbeitet. Bei allen Erfolgen für das Ego und vielen Vorteilen für die Körperwahrnehmung sollten Eltern darauf achten, dass der Leistungsgedanke ihres Nachwuchses nicht übermäßig wird. Auch der externe Leistungsdruck sollte im Blick behalten werden. Sport soll Kindern Spaß machen!

Tipps und Übungen für ein gutes Körpergefühl

  • Kampfsportarten wie Aikido, Judo oder Karate fördern Körpergefühl, aber auch die Konzentrationsfähigkeit.
  • Tanzen verlangt Körperbeherrschung und steigert so das Selbstbewusstsein.
  • Reiten ist ein Sport, der auf körperlicher Kommunikation zwischen Pferd und Reiter beruht. Das erfordert Fingerspitzengefühl und bewussten Umgang mit dem eigenen Körper.
  • Leichtathletik und Mannschaftssportarten tragen oftmals positiv zu Körper- und Selbstbewusstsein bei.